Das US-Rüstungs-Start-up Allen Control Systems erweitert seine Bullfrog-Waffenstation auf den maritimen Bereich. Das Unternehmen schließt sich der Red Cat Futures Initiative an und integriert seinen KI-gesteuerten Turm auf unbemannte Boote von Red Cat Holdings. Erster Träger wird die Blue Ops Variant 7, ein unbemanntes Wasserfahrzeug für Küstengebiete und Binnengewässer.
Bullfrog war bisher vor allem als Anti-Drohnen-System auf Landfahrzeugen bekannt. Der Turm kombiniert Sensoren, automatische Zielerkennung und ein Maschinengewehr im Kaliber .50, also 12,7 Millimeter, mit einer Feuerrate von bis zu etwa 600 Schuss pro Minute.
Nun zieht dieses Konzept aufs Wasser um.
Vom Land auf die See
Auf den ersten Blick wirkt der Schritt logisch. Kleine, schnelle Drohnen sind nicht nur über Land ein Problem. Auch Marineschiffe und Hafenanlagen bekommen es immer häufiger mit tief fliegenden UAVs und sprengstoffbeladenen Drohnenbooten zu tun.
Ein unbemanntes Wasserfahrzeug mit autonomer Waffenstation kann einen Perimeter bewachen, ohne eine Besatzung direkter Gefahr auszusetzen.
Die Blue Ops Variant 7 ist ein kompaktes, schnelles USV – Uncrewed Surface Vessel. Die Plattform kann ferngesteuert werden oder weitgehend autonom operieren. Mit Bullfrog an Bord entsteht ein mobiler, schwimmender Verteidigungspunkt.
Das bedeutet, dass Häfen, Ankerplätze oder maritime Logistikrouten aktiv überwacht werden können.
KI als Schütze
Kern von Bullfrog ist die Software. Das System nutzt Kameras und Sensoren, um Ziele zu erkennen und zu verfolgen. Mithilfe von Algorithmen kann es relevante Bedrohungen vom Hintergrundrauschen unterscheiden.
Bei einer anfliegenden Drohne kann das System automatisch die nötigen Feuerkorrekturen berechnen. Der menschliche Bediener bleibt in der Entscheidungsschleife, doch die Reaktionszeit wird drastisch verkürzt.
Auf See zählt jede Sekunde. Kleine Drohnen oder schnelle Sprengboote können ein Ziel in kurzer Zeit erreichen. Eine autonome Waffenstation, die ständig scannt und sofort korrigiert, verkürzt diese Reaktionszeit.
Küstengewässer als neues Schlachtfeld
Die Konflikte der vergangenen Jahre zeigen eine deutliche Verschiebung. Nicht nur große Kriegsschiffe sind Ziele. Auch Logistikknoten, Treibstoffterminals und Unterstützungsschiffe stehen unter Druck.
Unbemannte Überwasserfahrzeuge sind relativ günstig herzustellen und können im Schwarm operieren. Sie sind klein, schwer zu entdecken und ohne Risiko für eine Besatzung einsetzbar.
Indem Bullfrog auf ein USV gesetzt wird, entsteht eine ebenso skalierbare Gegenmaßnahme. Mehrere Fahrzeuge können ein Gebiet abdecken und in einem Netzwerk zusammenarbeiten.
Die Kombination aus KI, automatischer Zielverfolgung und schwerem MG-Feuer bietet je nach Bedingungen eine Antwort auf Bedrohungen von einigen hundert Metern bis gut einem Kilometer.
Modular einsetzbar
Ein wichtiger Vorteil des Bullfrog-Systems ist der modulare Aufbau. Der Turm kann auf verschiedenen Plattformen montiert werden: Panzern, Schützenpanzern und nun also auch maritimen Drohnen.
Für Allen Control Systems bedeutet das eine Erweiterung des Einsatzbereichs. Red Cat erhält damit eine bewaffnete Variante seiner unbemannten Flotte.
Auf den geteilten Bildern ist ein kleines, schnelles Boot zu sehen, das durchs Wasser schneidet. Kompakt, wendig und scheinbar einfach. Doch oben sitzt eine Waffenstation, die selbstständig Ziele verfolgen kann.
Das unterstreicht, wie schnell sich das maritime Sicherheitsumfeld verändert. Nicht nur große Fregatten tragen fortschrittliche Systeme. Auch kleine, unbemannte Plattformen erhalten ernsthafte Feuerkraft.






















