Essen bestellen und kurz darauf eine Drohne über dem Garten hören: Uber und Zipline wollen das für deutlich mehr Menschen zum Alltag machen. Die Unternehmen streben bis Ende 2029 eine Million Drohnenlieferungen pro Tag an. Amazon baut unterdessen sein eigenes fliegendes Liefernetz aus.
Am bemerkenswertesten ist der Schritt von einer einzelnen Vorführung zu einem Dienst innerhalb einer bestehenden App. Uber Eats wird Zipline als Lieferoption anbieten, die ersten Lieferungen sollen später im Jahr 2026 erfolgen. Automatische Ladestationen gehören zur dafür nötigen Infrastruktur: Auch eine Drohne muss zwischen ihren Einsätzen irgendwo Energie nachladen.
Zipline-Lieferdrohnen an automatischen Ladestationen.
Bestellen wie gewohnt
Uber und Zipline gaben ihre Zusammenarbeit am 17. August bekannt. Uber investiert auch in das Drohnenunternehmen. Geplant ist, zunächst in bestehenden Zipline-Märkten zu starten und anschließend in Dutzende US-Städte zu expandieren.
Für eine Lieferplattform ist eine Drohne ein weiteres Transportmittel neben Fahrradkurieren, Autos und Gehwegrobotern. Ein kleines Paket kann durch die Luft einen anderen Weg nehmen als ein Kurier auf der Straße. Die Herausforderung besteht darin, für jedes Gebiet und jede Bestellung eine praktikable Kombination zu finden.
Zipline hat bereits Millionen Lieferungen durchgeführt
Die Zusammenarbeit beginnt nicht bei null. Bei der Ankündigung meldete Zipline mehr als 2,7 Millionen Lieferungen und über 135 Millionen autonom geflogene Meilen. Das Unternehmen baute sein Netzwerk unter anderem mit medizinischer Logistik auf und versorgt laut Mitteilung mehr als 5.000 Krankenhäuser.
Der Schritt zu Lebensmitteln und Mahlzeiten erweitert damit auch einen bestehenden Betrieb. Eine Million Lieferungen pro Tag bleibt allerdings das gemeinsame Ziel für 2029. Das ist die Größenordnung, die die Unternehmen erreichen wollen, und nicht die aktuelle tägliche Zahl.
Eine Bestellung absenken, ohne zu landen
Für Lieferungen an Wohnhäuser entwickelte Zipline Platform 2. Dabei bleibt das größere Fluggerät in der Luft, während ein kleines Liefermodul an einem Kabel nach unten fährt. So muss nicht das gesamte Fluggerät neben der Haustür oder im Garten landen.
Damit werden die letzten Meter der Lieferung zu einer eigenen technischen Aufgabe. Das Fluggerät muss die richtige Stelle erreichen, die Ladung kontrolliert absenken und sicher wieder abfliegen. Dahinter stehen Routenplanung, Ladevorgänge und ein System, das all diese Flüge aufeinander abstimmt.
Amazon will fast 500 Orte bedienen
Amazon will mit Prime Air bis Ende 2026 fast 500 US-Städte und -Orte erreichen. Das bedeutet nicht 500 separate Drohnenstandorte: Ein Standort kann mehrere umliegende Orte bedienen. Amazon nennt derzeit elf US-Standorte, von denen aus der Dienst startet.
Eine geeignete Bestellung passt ungefähr in einen großen Schuhkarton und wiegt höchstens fünf Pfund, also rund 2,3 Kilogramm. Dazu zählen etwa Kosmetik, Medikamente, kleine Elektronikgeräte oder Lebensmittel. Amazon wirbt mit Lieferungen ab dreißig Minuten und nennt auf derselben Seite rund sechzig Minuten als übliche Dauer nach dem Bezahlen.
Die Lieferdrohne wird Teil des Einkaufs
Interessant an dieser neuen Phase ist, wie vertraut die Bedienung für Kunden wird. Sie öffnen eine bestehende App, wählen einen Artikel und erhalten eine zusätzliche Liefermöglichkeit. Der futuristische Teil steckt hinter diesem Knopf: autonome Flüge, Ladestationen und die letzten Meter zum Ablageort.
Wetter, Reichweite, Lärmbelastung und verfügbarer Platz bestimmen, wo das praktisch funktioniert. Doch das Ziel von Uber, Zipline und Amazon ist klar: Der fliegende Lieferdienst soll zu einem wiederholbaren Angebot werden. Der nächste Wettbewerb im Onlinehandel spielt sich also auch über der Straße ab.






















