Ein U-Boot, das ohne Menschen an Bord aufbricht und unterwegs Minen ablegt oder Flugdrohnen startet. Das plant Australien mit Ghost Shark. Das Land hat drei neue Arten von Nutzlast für das Fahrzeug des Rüstungsunternehmens Anduril angekündigt.
Neben Minen und Drohnen geht es um Versorgungspakete, die unter Wasser abgelegt und später abgeholt werden. Durch den Austausch der Ladung soll dasselbe U-Boot unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Die neuen Fähigkeiten werden noch getestet.
Was soll das U-Boot können?
Nach den Erläuterungen des australischen Ministers Pat Conroy soll Ghost Shark bis zu zwölf Seeminen auf einmal aussetzen können. Das sind Sprengkörper, die unter Wasser platziert werden, um feindliche Schiffe zu bedrohen oder ein Seegebiet zu sperren.
Australien arbeitet außerdem daran, ALTIUS-Drohnen mitzuführen und zu starten. Diese unbemannten Fluggeräte können laut dem Minister zur Aufklärung oder für Angriffe eingesetzt werden. Ein U-Boot könnte damit auch Aufgaben über Wasser übernehmen.
Die dritte Anwendung ist die Lieferung von Vorräten unter Wasser. Es handelt sich um unterschiedliche mögliche Ladungen. Die Ankündigung besagt nicht, dass sämtliche Minen, Drohnen und Vorräte gleichzeitig an Bord passen.
Warum ohne Besatzung?
Mit einem solchen Fahrzeug kann eine Marine Aufgaben erledigen, ohne Menschen an Bord zu schicken. Ghost Shark ist kompakter als ein herkömmliches bemanntes U-Boot. Laut Conroy lässt er sich mit einem Kran von einem kleineren Schiff aus ins Wasser setzen.
Dadurch kann er an anderen Orten eingesetzt werden als ein großes U-Boot. Australien arbeitet schon länger an einer Flotte mit unbemannten Unterwasserfahrzeugen. Diese sollen neben bemannten Marineschiffen operieren.
Vom Versuch zum täglichen Einsatz
Die australische Regierung stellt die neuen Ladungen als nächsten Entwicklungsschritt vor. Tests müssen zeigen, wie zuverlässig die verschiedenen Anwendungen sind. Eine angekündigte Fähigkeit ist noch kein System, das die Marine bereits uneingeschränkt einsetzen kann.
Auch andernorts werden unbemannte Fahrzeuge entwickelt, etwa das BlueWhale-U-Boot für Deutschland und Drohnenboote mit Seezielflugkörpern. Ihre Aufgaben unterscheiden sich, doch sie zeigen, dass Marinen immer mehr Arbeit an Maschinen ohne Besatzung abgeben wollen.
Hauptbild: Ghost Shark mit geöffnetem Laderaum in Sydney am 19. Oktober 2026. © Commonwealth of Australia, Department of Defence.






















