China arbeitet sichtbar an der Weiterentwicklung von Laserwaffen für die Luftverteidigung. Neue Bilder zeigen das sogenannte Light-Arrow-System, mit dem Drohnen und möglicherweise auch Raketen vom Himmel geholt werden können. Damit positioniert sich das Land deutlich in einem weltweiten Wettlauf um einsatzfähige Laserwaffen.
Die Bilder zeigen ein Militärfahrzeug mit einem integrierten Lasersystem auf offenem Gelände. Nach verfügbaren Informationen gibt es zwei Varianten: den Light Arrow 21A und den Light Arrow 11E. Diese Systeme ergänzen sich in einem mehrschichtigen Luftverteidigungskonzept.
Der Light Arrow 21A ist als sogenanntes Hard-Kill-System gedacht. Das bedeutet, dass das Ziel physisch zerstört wird. Mit einem starken Laserstrahl kann das System Drohnen und möglicherweise auch anfliegende Raketen oder Mörsergranaten buchstäblich aus der Luft brennen. Solche Systeme zielen vor allem auf die schnelle und direkte Ausschaltung von Bedrohungen.
Der Light Arrow 11E funktioniert anders. Er ist ein Soft-Kill-System, das auf die Störung von Sensoren abzielt. Statt ein Ziel vollständig zu zerstören, beschädigt der Laser die optischen Systeme etwa von Drohnen. Diese verlieren dadurch ihre Sicht und Navigationsfähigkeit, was sie praktisch unbrauchbar macht.
Kombination aus Hard Kill und Soft Kill
Die Kombination beider Systeme ist strategisch interessant. Während der 21A für die direkte Zerstörung anfliegender Bedrohungen sorgt, kann der 11E schwächere oder weniger kritische Ziele energiesparender ausschalten. Das macht das Gesamtsystem flexibler und effizienter, gerade in Szenarien, in denen große Mengen Drohnen gleichzeitig eingesetzt werden.
Für die chinesischen Streitkräfte bedeutet das eine zusätzliche Schicht der Luftverteidigung neben traditionellen Systemen wie Flugabwehrraketen und Schnellfeuerkanonen. Vor allem gegen Drohnenschwärme, die in modernen Konflikten immer häufiger eingesetzt werden, bieten Laser Vorteile. Sie haben theoretisch einen nahezu unbegrenzten Munitionsvorrat, solange genügend Energie verfügbar ist.
Weltweite Entwicklung von Laserwaffen
China steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Weltweit investieren Länder massiv in Lasertechnologie für militärische Anwendungen. Die Vereinigten Staaten testen seit Jahren Laser auf Marineschiffen, vor allem zur Abwehr von Drohnen und kleinen Booten. Auch Israel ist führend und hat als erstes Land ein einsatzfähiges Lasersystem in einem Konfliktumfeld eingesetzt.
Israel nutzt sein Lasersystem als Ergänzung zur bestehenden Luftverteidigung, vor allem um billige Bedrohungen wie Raketen und Drohnen kosteneffizient zu neutralisieren. Das ist ein wichtiger Vorteil von Lasern: Die Kosten pro Schuss liegen deutlich unter denen klassischer Raketen.
China scheint nun eine ähnliche Richtung einzuschlagen, indem es verschiedene Laserkonzepte parallel entwickelt und testet. Die Bilder legen nahe, dass das Land bereits über ein recht ausgereiftes, mobil einsetzbares System verfügt, das auf Militär-Lkw montiert ist.

Technische und operative Herausforderungen
Es gibt jedoch noch Einschränkungen. Laserwaffen hängen stark von den Wetterbedingungen ab. Regen, Nebel oder Staub können die Wirksamkeit erheblich verringern. Auch die Reichweite und die nötige Energieversorgung bleiben wichtige Punkte.
Zudem ist noch unklar, wie wirksam diese Systeme gegen schwerere oder schnellere Ziele sind, etwa ballistische Raketen oder moderne Marschflugkörper. Die aktuelle Generation scheint vor allem auf Drohnen und leichtere Bedrohungen ausgerichtet zu sein.
Niederlande und europäische Entwicklungen
Auch in Europa wird an Laserwaffen gearbeitet. Die Niederlande haben zum Beispiel mit dem Rüstungsunternehmen EOS einen Vertrag über die Entwicklung eines sogenannten Apollo-Lasersystems geschlossen. Dieses System soll künftig unter anderem gegen Drohnen eingesetzt werden können, vergleichbar mit den Anwendungen, die wir in China und anderen Ländern sehen.
Auch wenn diese Systeme noch mitten in der Entwicklung stecken, zeigt das, dass auch europäische Länder die Bedeutung dieser Technologie erkennen. Das Aufkommen billiger Drohnen auf dem Schlachtfeld beschleunigt diese Entwicklung.
Neue Phase der Luftverteidigung
Die Bilder des chinesischen Light-Arrow-Systems zeigen, dass Laserwaffen keine Zukunftsmusik mehr sind, sondern dem operativen Einsatz immer näher kommen. Durch die Kombination von Hard Kill und Soft Kill baut China eine vielseitige Abwehr gegen moderne Luftbedrohungen auf.
Die kommenden Jahre werden zeigen, wie wirksam diese Systeme unter realistischen Bedingungen tatsächlich sind. Schon jetzt ist klar: Laser werden ein immer wichtigerer Bestandteil der Luftverteidigung weltweit.






















