Sie setzen sich hin, stehen wieder auf und machen sogar eine Rolle vorwärts. Die kleinen Roboterenten auf Nvidias Bühne wirken verspielt. Sie zeigen aber auch, wie sich einem Roboter Bewegungen beibringen lassen: erst am Computer üben, dann in der echten Welt ausprobieren.
Nvidia-Chef Jensen Huang präsentierte die Roboter am 21. Oktober auf der Technologiekonferenz GTC in Berlin. Sie heißen Microduck und werden von Pollen Robotics gebaut. Nvidia liefert Technik, mit der Entwickler solche Maschinen trainieren können.
Üben, ohne ständig umzufallen
Ein Roboter, der lernt, sich zu bewegen, muss unter anderem das Gleichgewicht halten und seine Motoren im richtigen Moment ansteuern. Das lässt sich mit einer digitalen Version des Roboters üben. In dieser nachgebauten Welt können Entwickler Bewegungen ausprobieren, bevor die echte Maschine an der Reihe ist.
Laut Nvidias Erläuterung zur Demonstration helfen KI-Programme beim Training von Microduck mit Isaac Lab, einer Software zum Üben mit Robotern. Die Entwicklung nutzt sowohl Computer auf dem Schreibtisch als auch Rechenleistung aus der Ferne.
Die Idee ähnelt dem Ansatz einer KI, die aus Spielen lernt: Eine digitale Umgebung bietet Raum zum Üben. Die Methoden unterscheiden sich. In beiden Fällen muss sich aber später zeigen, wie nützlich das Gelernte außerhalb dieser Übungswelt ist.
Nvidia will mehr als Chips liefern
Die Roboterenten gehören zu einem größeren Vorhaben. Nvidia will die Computer und die Software liefern, mit denen andere Unternehmen Roboter und KI-Anwendungen entwickeln. Hersteller können dann vorhandene Werkzeuge nutzen, um ihre eigenen Maschinen zu bauen.
Huang sprach auch über KI-Agenten: Programme, die mit Zugriff auf andere Software Aufgaben erledigen können. Mit OpenShell will Nvidia festlegen, was solche Programme tun dürfen. Dazu gehört etwa, welche Dateien sie öffnen und welche Befehle sie ausführen können.
Dafür braucht es viele Computer
Die Entwicklung und Nutzung von KI erfordert viel Rechenleistung. Nvidia stellte in Berlin auch Computersysteme in Containern vor, die bereits vorab zusammengestellt und getestet werden. Damit will das Unternehmen den Aufbau von KI-Rechenzentren vereinfachen.
Huang erwartet, dass europäische Unternehmen zunehmend eigene KI einsetzen. Das ist seine Zukunftsvision. Nvidia will dabei ein wichtiger Lieferant werden, während beispielsweise Huawei an einer Alternative arbeitet.
Eine Rolle vorwärts macht noch keinen einsatzfähigen Fabrikroboter
Die Microducks zeigen erlernte Bewegungen. Das beweist aber nicht, dass sie jeden gesprochenen Befehl verstehen oder selbstständig nützliche Arbeit leisten können. Wie sie bei der Präsentation genau gesteuert werden, wird nicht vollständig erklärt. Auch bei größeren humanoiden Robotern ist der zuverlässige Alltagseinsatz eine andere Aufgabe als eine Vorführung.
Interessant ist die Art des Übens. Entwickler können Bewegungen zunächst digital trainieren und anschließend an einem echten Roboter testen. Ob das auch unter wechselnden Bedingungen funktioniert, muss die Maschine abseits der Bühne zeigen.






















