Die belgischen Streitkräfte haben in Lettland die ersten Bediener für das Counter-UAS-System BLAZE ausgebildet (vergleichbar mit der Sting-Drohne der Ukraine), eine autonome Abfangdrohne, entwickelt von Origin Robotics. Das Besondere an diesem Schritt ist, dass BLAZE nicht als Einzelsystem eingesetzt wird, sondern Teil einer breiteren Kette ist, in der Erfassung und Abfangen zusammenkommen. Das Radar des niederländischen Verteidigungsunternehmens Robin Radar Systems spielt dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsam bilden Radar und Abfangdrohne eine integrierte Lösung gegen eine Bedrohung, die in modernen Konflikten dominant geworden ist: Drohnen.
Video: Test der Blaze-Drohne (noch nicht in Zusammenarbeit mit Robbin Radar)
Drohnen erzwingen eine neue Luftverteidigung
Der Krieg in der Ukraine, aber auch Konflikte im Nahen Osten haben gezeigt, wie schnell Drohnen den Charakter der Kriegsführung verändern. Sie werden massenhaft zur Aufklärung, Zielzuweisung und für Angriffe eingesetzt, oft in großer Zahl und zu geringen Kosten. Klassische Luftverteidigungssysteme sind nicht darauf ausgelegt, dieser Bedrohung effizient und bezahlbar zu begegnen. Das hat die Entwicklung kompakter, mobiler und mehrschichtiger Counter-UAS-Lösungen beschleunigt.
Innerhalb dieser Entwicklung verschiebt sich der Fokus von Einzelsystemen zu integrierten Ketten: erst erfassen, dann verfolgen und schließlich abfangen.
Robin Radar als Augen des Systems
In dieser Kette spielt das Radar von Robin Radar eine entscheidende Rolle. Das niederländische Unternehmen hat sich auf die Erfassung und Klassifizierung kleiner Luftziele in geringer Höhe spezialisiert, etwa Drohnen. Die Radare können Drohnen von Vögeln und anderen Objekten unterscheiden – eine Herausforderung, mit der viele konventionelle Radare Mühe haben.
Robin Radar liefert seine Systeme inzwischen an mehrere NATO-Staaten und wird breit für militärische und zivile Anwendungen eingesetzt. Durch die Kopplung dieses Radars mit einer Abfangdrohne wie BLAZE entsteht ein komplettes System: Das Radar erfasst und verfolgt die Bedrohung, danach kann die Abfangdrohne gezielt eingesetzt werden.
Was ist BLAZE?
BLAZE ist eine autonome Counter-UAS-Abfangdrohne zur Neutralisierung schnell bewegter Luftbedrohungen. Das System ist tragbar, schnell einsatzbereit und arbeitet unter Aufsicht eines Bedieners. Statt schwerer Raketensysteme oder teurer Munition bietet BLAZE eine kosteneffiziente Möglichkeit, Drohnen auf kurze Distanz auszuschalten.
Die Abfangdrohne nutzt Sensordaten externer Systeme wie Radar, um Zielinformationen zu erhalten. BLAZE ist damit keine isolierte Waffe, sondern ein Effektor innerhalb eines größeren Netzwerks.

Ausbildung als Schritt zum Einsatz
Während einer intensiven Ausbildungswoche in Lettland wurden die ersten belgischen Bediener im Umgang mit BLAZE geschult. Die Ausbildung wurde von Origin Robotics organisiert und von COBBS BELUX BV unterstützt. Theorieunterricht wurde mit praktischen Übungen kombiniert, mit Schwerpunkt auf realistischen Einsatzszenarien.
Dass diese Ausbildung jetzt stattfindet, deutet darauf hin, dass die belgischen Streitkräfte vom Experiment zur operativen Anwendung übergehen. Indem das Personal schon jetzt ausgebildet wird, beschleunigt sich die Integration des Systems in bestehende Luftverteidigungsstrukturen.
Von der Erfassung zum direkten Abfangen
Die Kombination aus Robin Radar und BLAZE zeigt, wie sich moderne Drohnenabwehr entwickelt. Erfassung allein reicht nicht; ohne schnelles und bezahlbares Abfangen bleibt die Bedrohung bestehen. Durch die Kopplung von Radar und Abfangdrohne entsteht eine kurze und effiziente „Kill Chain“, in der die Zeit zwischen Beobachtung und Wirkung minimal ist.
Dieser Ansatz ist vor allem gegen Schwärme oder plötzlich auftauchende Drohnen relevant, bei denen die Reaktionszeit entscheidend ist. Statt eines großen Systems entsteht ein flexibles Netz aus Sensoren und Effektoren.
Niederländische Technologie im NATO-Verbund
Die Rolle von Robin Radar unterstreicht, dass niederländische Verteidigungstechnologie einen festen Platz in NATO-Strukturen erhalten hat. Das Unternehmen beliefert inzwischen mehrere Verbündete und spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau der europäischen Drohnenabwehr. Die Zusammenarbeit mit Systemen wie BLAZE zeigt, dass Erfassung und Abfangen immer häufiger grenzüberschreitend integriert werden.
























