Die niederländische Marine macht einen neuen Schritt in der Entwicklung unbemannter Schiffe, muss dabei aber einen wichtigen Kurswechsel vornehmen. Der zuvor erwogene Entwurf auf Basis der Damen FCS 5009 ist ausgeschieden. Stattdessen werden nun neue Entwürfe für ein sogenanntes unbemanntes Mehrzweck-Unterstützungsschiff geprüft.
Das Projekt dreht sich um ein Large Uncrewed Surface Vessel, ein relativ großes unbemanntes Schiff, das selbstständig oder ferngesteuert operieren kann. Dieser Schiffstyp soll künftig eine wichtige Rolle als Ergänzung zu herkömmlichen Kriegsschiffen spielen.
Vom Damen-Entwurf zu neuem Kurs
Zunächst wurde die Damen FCS 5009 als Basis für dieses Programm betrachtet. Das schnelle Unterstützungsschiff schien wegen der vorhandenen Technologie und der Erfahrung des niederländischen Schiffbauers eine logische Wahl. Dennoch wurde nun beschlossen, diesen Entwurf nicht weiter zu verwenden.
Der genaue Grund wurde nicht öffentlich gemacht, deutet aber darauf hin, dass die Anforderungen an das neue Schiff wahrscheinlich über das hinausgehen, was das ursprüngliche Konzept bieten konnte. Man denke an Autonomie, die Integration von Waffensystemen und operative Flexibilität.
Deshalb wurde das Projekt erneut geöffnet, und mehrere Werften bewerben sich um den Auftrag für einen neuen Entwurf.
Unbemanntes Schiff als „Loyal Wingman“ auf See
Das künftige Schiff soll mehr sein als nur eine unbemannte Plattform. Die Idee ist, dass es als eine Art maritimer „Loyal Wingman“ für größere Marineschiffe fungiert.
Das bedeutet, dass das Schiff selbstständig Aufgaben wie Aufklärung, Sicherung oder sogar den Einsatz von Waffensystemen übernehmen kann. Durch Containerisierung lassen sich je nach Mission verschiedene Nutzlasten unterbringen, etwa Sensoren, Raketensysteme oder elektronische Kampfführung.
Das macht das Konzept flexibel und skalierbar. Statt eines großen, teuren Schiffs können mehrere kleinere unbemannte Fahrzeuge zusammen operieren und so die Schlagkraft erhöhen.
Internationale Entwicklung beschleunigt sich
Die Niederlande sind nicht das einzige Land, das diesen Weg geht. Vor allem die Vereinigten Staaten investieren stark in Large Uncrewed Surface Vessels. Dort werden bereits konkrete Schritte in Richtung Einsatz unternommen.
Bemerkenswert ist, dass Damen kürzlich von der US-Marine einen Auftrag zum Bau vergleichbarer Schiffe erhalten hat. (siehe Abbildung oben) Das zeigt, dass Technologie und Entwürfe des niederländischen Unternehmens international durchaus gefragt sind.
Damit entsteht eine interessante Situation. Obwohl das ursprüngliche Damen-Konzept für die niederländische Marine ausgeschieden ist, bleibt das Unternehmen ein wichtiger Akteur in diesem Markt.
Logische Wahl oder neue Richtung?
Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Niederlande letztlich doch für einen Entwurf entscheiden, der dem ähnelt, was Damen für die Vereinigten Staaten entwickelt. Die Überschneidung bei Anforderungen und Konzepten ist groß: modularer Aufbau, Containerladung und Einsatz als unterstützende Plattform.
Zugleich schafft die Öffnung der Ausschreibung Raum für neue Ideen und Innovationen. Andere Werften können alternative Lösungen anbieten, die besser zu den spezifischen Wünschen der niederländischen Marine passen.
Die Zukunft der Marine verändert sich
Die Suche nach einem neuen Entwurf zeigt, wie schnell die Rolle unbemannter Systeme wächst. Wo autonome Schiffe vor einigen Jahren noch experimentell waren, werden sie nun ernsthaft in die Flottenplanung einbezogen.
Für die niederländische Marine bedeutet dies einen wichtigen Schritt hin zu einer hybriden Flotte, in der bemannte und unbemannte Systeme eng zusammenarbeiten.
Die kommenden Jahre werden zeigen, welcher Entwurf schließlich gewählt wird. Eines ist jedoch sicher: Unbemannte Schiffe werden einen festen Platz in den maritimen Operationen der Zukunft bekommen.























