Die Niederlande stehen bei Militärfahrzeugen selten im Rampenlicht. Dennoch kommt aus Tiel ein Unternehmen (Defenture), das inzwischen Fahrzeuge an einige der anspruchsvollsten Militäreinheiten der Welt liefert. Defenture fing klein an, mit klarem Fokus auf Qualität und Zusammenarbeit mit dem Nutzer, und wuchs zu einem internationalen Akteur heran. Grundlage dieses Erfolgs ist ein Fahrzeug, das sich längst bewährt hat: der VECTOR.
Bewährt im niederländischen Dienst
Der VECTOR, ein leichtes und äußerst mobiles taktisches Fahrzeug von Defenture, ist seit Jahren bei den niederländischen Kommandos im Einsatz. Auch Teile der Luftbeweglichen Brigade nutzen das Fahrzeug inzwischen. Der VECTOR ist für schnellen Einsatz, Lufttransport und Einsätze in schwierigem Gelände ausgelegt – genau die Bedingungen, unter denen niederländische Soldaten operieren.
Dass der VECTOR tatsächlich im niederländischen Dienst steht, ist mehr als ein Detail. Es bedeutet, dass Defenture seine Fahrzeuge nicht für das Reißbrett, sondern für das Gefechtsfeld entwirft. Die Erfahrungen niederländischer Soldaten bildeten die Grundlage für Weiterentwicklung, Verbesserungen und schließlich eine neue Fahrzeuggeneration.
Video S2M Equipment.
Von leicht zu schwer: ein logischer nächster Schritt
Mit dem VECTOR bewies Defenture, dass es zuverlässige und wirksame Fahrzeuge für Spezialkräfte bauen kann. Die Macher von Defenture haben Erfahrung mit der Rallye Dakar, die sie in diese Fahrzeuge eingebracht haben. Sie sind also für die härtesten Bedingungen gebaut, die es gibt. Der nächste Schritt war logisch: eine schwerere Plattform für Missionen, die mehr Schutz, mehr Nutzlast und mehr Vielseitigkeit erfordern. So entstand der Mammoth.
Der Mammoth ist ein mittelschweres taktisches Fahrzeug der etwa 9-Tonnen-Klasse und bildet den Schwerpunkt der heutigen internationalen Ambitionen von Defenture. Während der VECTOR bei Tempo und Wendigkeit glänzt, bietet der Mammoth zusätzliche Kapazität für lange Einsätze, schwerere Bewaffnung und umfangreichere Kommunikations- und Sensorsysteme.
Deutsche Spezialkräfte als ultimativer Maßstab
Dass gerade Deutschland für sein neues Spezialkräftefahrzeug bei Defenture landete, ist kein Zufall. Das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) suchte eine Plattform, die über bestehende Standardfahrzeuge hinausgeht: flexibel, robust und vollständig an seine Arbeitsweise anpassbar.
Seit 2024 werden Mammoth-basierte Fahrzeuge von der Bundeswehr und dem KSK getestet. Diese Tests sind intensiv und umfassend. Bewertet werden nicht nur Mobilität und Zuverlässigkeit, sondern auch, wie das Fahrzeug als Teil eines größeren Systems funktioniert: mit Waffen, Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen Einheiten.
Für Defenture ist das eine wichtige Phase. Die Erfahrungen, die Deutschland jetzt sammelt, fließen in die weitere Verfeinerung der Plattform ein – genau wie zuvor beim VECTOR im niederländischen Dienst.
Auf dem Weg zur Produktion 2026
Die deutschen Fahrzeuge befinden sich derzeit in der Testphase. Die Serienproduktion soll um 2027 anlaufen. Es geht um mehrere Varianten; vorerst wurden 49 Fahrzeuge bestellt, doch es werden wahrscheinlich weitere folgen. Für Defenture ist das eine Bestätigung, dass das niederländische Unternehmen auch in größerem Maßstab an eine der größten Streitkräfte Europas liefern kann.
Nüchterner Ehrgeiz und niederländischer Stolz
Kennzeichnend für Defenture ist die Verbindung von Ehrgeiz und Nüchternheit. Das Unternehmen profiliert sich nicht mit großen Worten, sondern lässt seine Fahrzeuge die Arbeit machen. Zuerst in den Niederlanden, mit dem VECTOR bei Kommandos und Luftbeweglicher Brigade. Nun in Deutschland, mit dem Mammoth in einem anspruchsvollen Testprogramm. Zudem gibt es bereits Kooperationen mit Polen, Österreich und der Schweiz.
Die Zukunftspläne sind klar: weiter in modulare Plattformen investieren, eng mit den Nutzern zusammenarbeiten und technologische Erneuerung direkt aus Einsatzerfahrung ableiten. Defenture will kein Lieferant einzelner Fahrzeuge sein, sondern ein langfristiger Partner moderner Streitkräfte.
Eine Geschichte, auf die man stolz sein kann
Der Erfolg von Defenture zeigt, was möglich ist, wenn niederländische Innovation mit Praxiserfahrung und Handwerk verbunden wird. Vom VECTOR, den niederländische Soldaten täglich nutzen, bis zum Mammoth, der jetzt von deutschen Spezialkräften getestet wird: eine Linie von Wachstum, Vertrauen und Qualität. Fahrzeuge an die Spezialkräfte solcher Länder liefern zu dürfen, ist etwas, worauf man stolz sein kann.























