Der Kampf gegen Drohnen verändert sich rasant, und bemerkenswerterweise spielen auch die Niederlande dabei eine Rolle. Drei niederländische Unternehmen sind beteiligt: AI Armaments hat eine völlig neue Drohnenabwehrwaffe entwickelt. Ein System, das nicht nur kompakt, mobil und schlagkräftig ist, sondern vor allem zeigt, was entstehen kann, wenn niederländische Verteidigungstechnik sich gegenseitig verstärkt. Das Fahrzeug stammt nämlich von Defenture, das Radar von Robin Radar. Beides niederländische Rüstungsunternehmen.
Interessantes Detail: Das Korps Commandotroepen und die 11. Luftbewegliche Brigade (teilweise) nutzen den VECTOR bereits. Offiziell ist noch nichts bekannt, doch es liegt nahe, dass diese Einheiten künftig als Erste für das neue Drohnenabwehrsystem infrage kommen. Das Verteidigungsministerium muss dafür natürlich noch eine Bestellung aufgeben.
Eine vollständig niederländische Plattform von Defenture.
Basis des Systems ist der VECTOR 4×4 – ein leichtes, robustes und modulares Militärfahrzeug, das in den Niederlanden entworfen und gebaut wird. Das Fahrzeug ist für seine extreme Wendigkeit, Geschwindigkeit und Flexibilität bekannt. Es bewährt sich überall, ob in Städten, Waldgebieten oder auf weitläufigen Übungsplätzen.
Da Kommandotruppen und Luftbewegliche Brigade den VECTOR bereits nutzen, ist die Plattform für sie vertrautes Terrain. Der große Vorteil: Wird dieses Drohnenabwehrsystem je eingeführt, müssen sich diese Einheiten kaum an das Fahrzeug selbst gewöhnen. Nur die neuen Waffenfähigkeiten machen den Unterschied.
(Video Defenture)
Augen und Ohren: Robin Radar aus Den Haag
Auf dem VECTOR sitzt ein Radarsystem von Robin Radar Systems, einem der innovativsten Radarunternehmen der Welt. Seine Radare werden bereits auf Flughäfen, Schiffen und NATO-Anlagen eingesetzt, weil sie selbst kleinste Drohnen – von kommerziellen Quadrocoptern bis zu umgebauten Kamikazegeräten – zuverlässig erkennen.
Das Fahrzeug muss weder anhalten noch aufwendige Aufbauten ausfahren; sobald es ankommt, beginnt das Radar mit der Suche und verfolgt Bedrohungen automatisch.
(Video Robin Radar Systems)
AI Armaments macht das Ganze komplett
Hinzu kommt die Integration durch AI Armaments, ein niederländisches Unternehmen, das Sensoren, verschiedene Waffenarten (von Drohnen bis Munition) und Software zu einem funktionierenden Ganzen verbindet. Während andere Länder oft mehrere Lieferanten brauchen, um ein solches System einsatzbereit zu machen, sorgt AI Armaments dafür, dass alles – Radar, Feuerleitung und Waffe – direkt zusammenarbeitet.
Die Waffe selbst kann variieren. Ein Maschinengewehr im Kaliber .50 ist eine gängige Option, doch das System ist modular: Es lässt sich zum Beispiel auch mit einem 40-mm-Granatwerfer ausrüsten. Das wird sich mit der Zeit ändern, auch weil sich die Welt der Drohnen verändert.
Mit spezieller Drohnenabwehrmunition kann das System sowohl kleine, schnelle Quadrocopter als auch größere taktische Drohnen ausschalten. Für die Soldaten am Boden bedeutet das direkten Schutz. Diese Fahrzeuge fahren nämlich mit der Infanterie mit, und die Waffen haben eine Reichweite von 2 Kilometern. Es ist also wirklich dafür gedacht, den Angriffstrupp vor Drohnen zu schützen.
Warum diese Zusammenarbeit so besonders ist
Einzigartig an diesem Projekt ist vor allem, dass es ein vollständig niederländisches Produkt ist – vom Fahrzeug über das Radar bis zum Waffensystem. In einer Welt, in der Verteidigungsprojekte oft aus internationalen Puzzleteilen bestehen, ist das außergewöhnlich. Es zeigt, dass die Niederlande nicht nur bei Nischentechnologie stark sind, sondern auch komplette militärische Lösungen bauen können. Man sieht, dass Geld für Verteidigung frei wird und dass auch in den Niederlanden lösungsorientierte Start-ups entstehen.
Dass drei Unternehmen mit völlig unterschiedlicher Expertise die Zusammenarbeit gesucht haben, macht das System für das Verteidigungsministerium besonders interessant. Man gewinnt Tempo, kurze Kommunikationswege und vor allem die Möglichkeit, das System schnell an die Wünsche niederländischer Einheiten anzupassen. Keine komplizierten ausländischen Genehmigungen, keine unnötigen Exportbeschränkungen, keine monatelange Bürokratie.
Und kommt das bei niederländischen Einheiten an?
Offiziell ist dazu noch nichts bekannt. Doch die Zeichen sind da.
Der VECTOR wird bereits genutzt von:
- Korps Commandotroepen
- 11. Luftbewegliche Brigade (teilweise)
Diese Einheiten arbeiten oft als Erste mit neuen Systemen, weil sie flexibel sind, in kleinen Teams arbeiten und viel Erfahrung mit asymmetrischen Bedrohungen haben. Drohnen – vor allem kleine FPV-Kamikazedrohnen – sind genau diese Art von Bedrohung.
Es wäre also keine Überraschung, wenn die erste einsatzfähige Version dieser niederländischen Drohnenabwehrplattform letztlich bei diesen Einheiten landet. Sie kennen das Fahrzeug, operieren in Umgebungen, in denen Drohnen eine direkte Bedrohung sind, und haben genau die Mobilität, die dieses System so stark macht.
Eine niederländische Lösung für ein modernes Problem
Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass Drohnen die neue Norm auf dem Gefechtsfeld sind. Sie klären auf, stören, greifen an und richten für relativ wenig Geld enormen Schaden an. Die einzige wirkliche Antwort darauf sind Systeme, die ebenso schnell, klug und flexibel sind wie die Bedrohung selbst.
Mit dieser Vector-Drohnenabwehrlösung zeigen die Niederlande etwas Beeindruckendes: dass wir nicht nur Technik haben, die mithält, sondern auch komplette, moderne Waffensysteme bauen können, die für das Gefechtsfeld von heute – und morgen – bereit sind. Schön zu sehen, dass niederländische Unternehmer aufstehen. Wir sind gespannt, was die Zukunft noch bringt.























